Duo Cassard: "Pastorale"
In der gut besuchten Pfarrkirche St. Katharina gastierte das Duo Cassard Pastorale mit einem Programm aus europäischer Weihnachtsmusik aus neun Jahrhunderten, ergänzt durch eigene Kompositionen. Hinter dem Namen Cassard stehen die Musiker Christoph Pelgen und Johannes Mayr, die den Abend nicht nur instrumental, sondern auch gesanglich gestalteten.
Namensgeber des Duos ist der bretonische Freibeuter Jacques Cassard. Ihm gleich begeben sich Pelgen und Mayr auf einen musikalischen Beutezug durch die Folk-Traditionen und Epochen Europas – von Frankreich und Spanien über Schweden und Polen bis nach Griechenland. Anders als Piraten jedoch teilen sie ihre „Beute“ großzügig mit dem Publikum. Herkunft und Epoche eines Liedes seien dabei zweitrangig, betonte Pelgen – entscheidend sei allein, ob es das Herz berühre.
Besonders beeindruckt zeigte sich das Publikum von der Vielzahl teils ungewöhnlicher Instrumente: Nyckelharpa, Schalmei, verschiedene Dudelsäcke, Akkordeon, Flöten und Bombarde kamen zum Einsatz. Unterhaltsam und kurzweilig führten Mayr und Pelgen durch den Abend, erklärten Inhalt und Ursprung der Lieder und spannten dabei einen weiten Bogen – von mythologischen Erzählungen der Wintersonnenwende über die Göttersagen der griechischen Antike bis hin zu weihnachtlichen Bräuchen in den verschiedenen Ländern. Mit stehenden Ovationen erklatschte sich das Publikum schließlich sogar eine ungeplante Zugabe.
Es war ein ungewöhnlicher Abend mit berührender, handgemachter Musik in der stimmungsvoll geschmückten Pfarrkirche St. Katharina. Zwei große leuchtende Christbäume, Kerzen in den Bänken und eine liebevoll gestaltete Krippe bildeten eine atmosphärische Kulisse zum Ausklang der Weihnachtszeit. Auch wenn die Temperaturen es nicht vermuten ließen, entstand eine intime, heimelige Atmosphäre. Die Klänge waren ungewohnt und zugleich doch irgendwie vertraut durch ihre tief verwurzelten Traditionen – Musik zum Nachhausekommen, getragen von der Hoffnung auf das Licht, das nach der dunklen Jahreszeit wiederkehrt. (Désirée Fuchs)